Gay Games Valencia 2026: Unser Statement zur offiziellen Teilnahme

February 9, 2026

Vom 30. Mai bis zum 7. Juni 2026 wird Valencia zum Schauplatz der 12. Gay Games, dem weltweit größten Sport- und Kulturevent der LGBTQ+-Community, zu dem tausende Athlet*innen aus aller Welt erwartet werden. Wir veröffentlichen heute unser offizielles Statement zu diesem Großevent, in dem wir erklären, warum wir die individuelle Teilnahme unserer Mitglieder zwar begrüßen, den Verein „SV Aufschlag“ jedoch offiziell zurückziehen und darum bitten, sich für Valencia nicht unter unserem Vereinsnamen anzumelden.

Statement zu den Gay Games Valencia 2026 – SV Aufschlag Wien

Adressiert an: Federation of Gay Games (FGG) und Organisationskomitee der Gay Games Valencia 2026

Ausgangslage

Dieses Statement richtet sich an dieFederation of Gay Games (FGG) sowie an die Organisation der Gay Games Valencia2026. Anlass ist die aktuell vorgesehene Struktur der Team-Sportarten und deren strukturelle Auswirkungen auf FLINTA*-Teams.

Für alle Team-Sportarten sind grundsätzlich die Divisionen Women’s und All-Gender vorgesehen.
Für Basketball ist zusätzlich eine Wheelchair-Division vorgesehen.
Eine eigenständige Kategorie für FLINTA*-Teams ist jedoch in keinerTeamsportart vorgesehen.

Beobachtung zur All-Gender-Division

Die All-Gender-Division ist nach aktuellerZusammensetzung überwiegend von rein cis- & männlich-gelesenen Teams geprägt. Daraus ergibt sich für FLINTA*-Teams keine körperlich und sportlich vergleichbare Wettbewerbssituation.

Strukturelle Wirkung

In der derzeitigen Struktur führt dies dazu, dass

  • FLINTA*-Teams nicht als vollständige Teams antreten können,
  • trans- und non-binäre Personen strukturell unsichtbar gemacht werden, oder
  • FLINTA*-Spieler*innen einer Division zugeordnet werden, die faktisch keine fairen Wettbewerbsbedingungen bietet.

Dies stellt keine Frage individuellerTeilnahmeberechtigung dar, sondern eine strukturelle Benachteiligung aufTeamebene.

Sportarten übergreifende Einordnung

Da alle Team-Sportarten – mit der genanntenAusnahme der Wheelchair-Division im Basketball – nach derselben Divisionslogik organisiert sind, handelt es sich nicht um eine isolierte Fragestellung einzelner Sportarten.
Vielmehr zeigt sich ein sportartübergreifendes Muster, bei dem All-Gender-Divisionen faktisch nicht divers zusammengesetzt sind undFLINTA*-Teams keine fairen Wettbewerbsbedingungen vorfinden.

Bezug auf etablierte internationaleStandards

Andere internationale queereMultisport-Events, darunter die EuroGames, sehen FLINTA*- oder vergleichbareKategorien vor, um Fairness, Sicherheit und sportliche Vergleichbarkeit aufTeamebene zu gewährleisten.

Konsequenz für Valencia 2026

Mangels einer geeigneten, fairen und vergleichbaren Wettbewerbskategorie ist eine Teilnahme unseresFLINTA*-Basketball-Teams an den Gay Games Valencia 2026 als Team nichtmöglich. Wir setzen unsere Teilnahme für dieses Event aus.

Konkrete Anliegen für zukünftige Turniere

Vor diesem Hintergrund regen wir folgendePunkte zur weiteren Diskussion und Entwicklung an:

  1. Strukturelle Berücksichtigung von FLINTA*-Teams als vollständige Teams in geeigneten Wettbewerbskategorien.
  2. Überprüfung der All-Gender-Divisionen hinsichtlich tatsächlicher Diversität und fairer Wettbewerbsbedingungen.
  3. Sportartenübergreifende Leitlinien, wie geschützte und faire Teilhabeformate für FLINTA*-Personen, die auch auf     Teamebene umgesetzt werden können.

Für zukünftige Turniere bleiben wir offen für eine Teilnahme, sofern entsprechende Strukturen vorgesehen sind, die faire, sichere und vergleichbare Wettbewerbsbedingungen gewährleisten.

— Sportverein Aufschlag Wien

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